Günter Omer und Richard Gschank
Benjamin Gasser

„Muss man haben“: Datenschutz & Compliance in der Praxis (Coverinterview)

KI & Daten
· · Aktualisiert am · ca. 2 min Lesezeit
Der Datenschutz gehört für Unternehmen jeder Größe zur Pflicht. Mit der tablegray services gmbh wird sie zur Kür. Dafür sorgen die beiden Geschäftsführer Ing. Mag. iur. Günter Omer und Mag.iur. Richard Gschank, BA. Als Dolmetscher zwischen Technik und Recht.

Die tablegray services gmbh wurde im November vergangenen Jahres zum 10-jährigen Firmenjubiläum von der WKO Steiermark für unternehmerische Leistungen ausgezeichnet. War Datenschutz und Compliance bei der Firmengründung so gefragt wie heute?

Günter Omer

Unser Unternehmen wurde als klassischer IT-Dienstleister gegründet. Bei der Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im Jahr 2018 spürte man dann klarerweise eine große Unsicherheit bei vielen Unternehmen. Es galt rasch zu klären ob deren Anwendungen, Apps, Webseiten, Shops etc. auch rechtskonform waren.

Mit in Kraft treten der DSGVO fand ein generelles Umdenken im Datenschutz statt. Zur zügig voranschreitenden Digitalisierung von Prozessen, Bedenken im Bereich der Informationssicherheit und dem verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz in vielen Bereichen kam mit dem Schutz von personenbezogenen Daten noch zusätzliche Komplexität hinzu. Dies war dann auch der Zeitpunkt, in dem tablegray gegründet wurde.

Richard Gschank

Datenschutz ist in den meisten Fällen ein Querschnittsthema: Es berührt Technik, Organisation, Prozesse, Verträge und Schulung. Viele Unternehmen starten mit der Frage „Was müssen wir konkret tun?“ – und stellen dann fest, dass Dokumentation, Verantwortlichkeiten und gelebte Abläufe entscheidend sind.

Dazu kommt die ständige Rechtsprechung der Gerichte. Um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden, braucht es einiges an Überblick, Sorgfalt und auch praktische Umsetzungsfähigkeit im Alltag.

Günter Omer

Die Verarbeitung von Daten war schon immer essenziell, aber durch die Pflicht zum Datenschutz von personenbezogenen Daten wurde es zunehmend komplizierter. Die korrekte Implementierung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellt Unternehmen aller Größen vor vielschichtige Aufgaben.

Ein typischer Ansatz ist eine Bestandsaufnahme: Welche Systeme werden genutzt, welche Abläufe bestehen, welche Dienstleister sind eingebunden? Auf dieser Grundlage lassen sich Maßnahmen priorisieren, um mit vertretbarem Aufwand ein hohes Compliance-Niveau zu erreichen.

Richard Gschank

Oft fehlt nicht der Wille, sondern die Kapazität, die geforderten Standards zu erfüllen. Gerade bei kleineren Organisationen ist ein pragmatischer Weg wichtig: klare Schritte, wiederkehrende Beratung, verständliche Richtlinien und Schulung.

Datenschutz ist zudem ein Vertrauensfaktor. Für Banken, Versicherer, Partner oder Förderstellen kann ein sauberer Umgang mit Daten ein Entscheidungskriterium sein.

Günter Omer

Klare Prozesse, Verantwortlichkeiten und Schulungen können das Risiko aber auf ein Minimum reduzieren. In der Praxis hilft es, neue Inputs von außen in das Unternehmen zu bringen und die Umsetzung strukturiert zu begleiten.

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